3 Monate. 1. Weltwärtsbericht.....
Ankunft
Seit 3 Monaten, darf ich im schönen Peru leben, arbeiten und wohnen, genauer gesagt in Arequipa, das liegt im Süden von Peru, nicht weit vom Meer entfernt.
Die Anreise verlief problemlos, ich bin von München über Madrid und Lima nach Arequipa geflogen. Es war eine lange und anstregende Reise, die Zeit verging aber schnell und ich war begeistert von den ersten Eindrücken, die ich aus dem Flugzeug machen durfte.
In Arequipa wurde ich von der Direktorin der Schule abgeholt und zu meiner Gastfamile gefahren.
Leben in Arequipa
Arequipa ist bekannt für seine schönen Klöster, Kirchen und Kolonialbauten aus Sillar, einem hellen Stein, der der Stadt den Beinamen Ciudad Blanca - die weiße Stadt-eingebracht hat.
Ein weiteres Symbol Arequipas ist der gewaltige Vulkan Misti, der sogar immer noch aktiv ist. Das Herz von Arequipa ist die Plaza de Armas.
Die Höhe von 2335 m verleiht der Stadt ganzjährig frühlingshaftes Klima.
Tagsüber ist es richtig heiß und abends wird es richtig kalt.
Anfangs war Arequipa für ein großes Chaos: Taxis, Taxis, Taxis und großes und lautes Gehupe überall in der Stadt, ich bin noch dabei mich daran zu gewöhnen.
Das wilde Gehupe und auch oft auch die Ungeduld auf den Straßen von Arequipas, sind für mich noch schwer nachzuvollziehen.
Es gibt überall viele kleine Geschäft, wo das nötigste zu bekommen ist. Es gibt auch viele Straßenhändler, darunter viele Kinder, die Bonbons oder ähnliches verkaufen, daran habe ich mich immer noch nicht ganz gewöhnt.
Das südamierkanische Flair herrscht überall, in jedem Kleinbus, Geschäft oder an jeder Straßenecke läuft Salsa, Reggae oder Cumbia, dass morgens auf dem Weg zur Arbeit schon für gute Laune sorgt.
Die ersten 4 Wochen verbrachte in einer Gastfamilie, dort hatte ich ein Zimmer mit eigenem Bad. Die Familie war sehr freundlich und nett, doch ich fühlte mich nach
2 Wochen etwas überbehütet und kontrolliert und deshalb nicht ganz wohl, in dieser Zeit hatte ich auch etwas Heimweh.
Nach einem Monat bin zu einer deutschen Freundin gezogen, die noch ein Zimmer in ihrer WG frei hatte.
Ich habe ein eigenes Zimmer mit eigenem Bad und einer Gemeinschaftküche, die Wohnung ist auch relativ zentral gelegen und auch um einiges billiger als mein Zimmer in der Gastfamilie.
Ich fühlte mich sofort wohl in der neuen Wohnung, dies hat mir sehr geholfen, mich gut und schnell einzuleben.
Die Peruaner sind absolut offenherzig und hilfsbereit, ich habe sehr schnell nette Menschen kennengelernt, die mich in alltäglichen Dingen, als auch in Schulprojekten unterstützen.
Arbeit /Projekt
Ich arbeite in einer staatlichen Schule für körperlich -und geistig behinderte Kinder, die ich mit einem Minibus in 40 min erreiche.
Ich würde die Schule eher als eine Art Frühföderungszentrum bezeichnen.
Der Großteil der Kinder ist sehr leistungsschwach, manche Kinder können nicht sprechen und /oder gehen.
Viele Kinder sind sozial depriviert, da sie von ihren Eltern nicht gefördert werden oder eine Förderung seitens der Eltern nicht möglich ist.
Einfache Dinge wie Farben benennen/erkennen fallen ihnen schwer, obwohl sie dies, für ihr Alter schon können müssten. Ich versuche, die Kinder in ihren Fähigkeiten individuell zu fördern.
Die Direktorin und auch Lehrkräfte sind fast immer offen für Ideen und Vorschläge, die ich habe, darüber bin ich auch sehr dankbar, dies gibt mir auch das Gefühl, etwas bewegen zu können.
Ich bastele und male viel mit den Kindern und versuche den ihnen auf spielerische Art Farben oder Zahlen beizubringen, leider bekomme ich dabei wenig Unterstützung der jeweiligen Lehrkräfte. Oft ist es so, dass fast alle Kinder der Aula zu mir geschickt werden und leider ist es schwierig mit 7 bis 8 behinderten Kindern zu arbeiten.
Außerdem begleite und betreue eine Mutter, deren Junge an Hyperaktivität und Autismus leidet, zu Arztbesuchen.
Für mich war es dringend notwendig, dass dieser Junge eine Medikation bekommt, (meine klinische Vorerfahrung hat mir dabei geholfen), deshalb sprach ich mit seiner Mutter und der Direktorin, ob es möglich wäre, bei Arztbesuchen dabei zu sein.
Dies war kein Problem. Ich erreichte, dass der Junge eine Medikation bekommt, es muss noch die richtige Dosis gefunden werden. Ich hoffe, das die richtige Dosis bald gefunden ist und dem Jungen geholfen ist. Leider reagierte die Mutter und Direktorin etwas skeptisch auf eine Medikation, doch ich versuchte ihnen zu erklären, dass dies die einzige Lösung für den Jungen ist.
Ich arbeite von montags bis freitags und ca. 6,5 Stunden täglich.
Die Schule hat 4 Aulen, die Kinder sind altersentsprechend aufgeteilt.
Ich arbeite je 2 Wochen in einer Aula, um jede Aula unterstützen zu können.
Anfangs war ich etwas schockiert über den Zustand der Schule. Es herrscht viel Unordnung und aufgeräumt wird selten, was an der Arbeitseinstellung der Lehrkräfte liegt. Die Arbeit wird gerne auf den nächsten Tag verschoben.
Mittlerweile habe ich mich etwas daran gewöhnt, wobei es mir immer noch schwer fehlt, die Unordnung zu akzeptieren. Ich habe mehrmals vorgeschlagen, gemeinsam aufzuräumen, dies wurde leider noch nicht umgesetzt. Ich bin aber noch optimistisch, dass wir dies gemeinsam im nächsten Jahr gemeinsam anpacken können.
Die Bäder bzw. Toiletten sind schmutzig und es liegt viel Gerümpel herum.
Die Toilettenstühle der kleinen Kinder sind kaputt, es besteht die Gefahr, dass sie sich verletzen. Es werden oft auch gefährliche Gegenstände wie Messer oder Schere liegen gelassen, ich versuche in der jeweiligen Aula, Gefahrensituationen zu vermeiden.
Die Kinder, die gewickelt werden müssen, werden auf schmutzigen Teppichböden gewickelt.
Leider fehlen entsprechend finanziell Mittel, um Dinge nachzukaufen, die benötigt werden.
Mit den Kollegen verstehe ich mich gut. Es ist schade, dass unter den Kollegen nicht das beste Arbeitsklima herrscht, es wird viel gelästert und mir wurde bereits in der ersten Woche viel Negatives von Kollegen über andere Kollegen berichtet, doch ich versuche neutral zu bleiben, was mir bisher gut gelungen ist.
Worüber ich etwas traurig bin, ist die Ungeduld der Lehrkräfte, es muss oft einfach nur schnell gehen und fertig werden, in bezug auf alltägliche Dinge wie Hände waschen und Toilettengänge.
Ich freue mich auf die kommenden Monate, bestehend aus: vielen neuen Aufgaben, neuen Projekten, neuen Herausforderungen.
Vor allem freue ich mich, noch viele Orte in diesem schönen Land kennenlernen zu dürfen.
Mit Hilfe und finanzieller Unterstützung von deutschen und peruanischen Freunden, konnte ich einen "Nikolaustag" organisieren.
Ich bastelte mit den Kindern, kleine Schachteln, die wir mit Bonbons und Schokolade füllten. Wir haben ein Nikolauskostüm ausgeliehen und ein peruanischer Freund verkleidete sich.
In einem Stuhlkreis, hat jedes Kind seine gebastelte Schachtel mit Süßem erhalten.
Es war ein gelungener Tag und die Freude der Kinder war groß.
Vielen Dank an alle, die mich unterstützt haben und diesen Tag möglich machten!
![]() |
| Alegria y Besos |





Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen