Sonntag, 18. September 2011

Vom Abschied in Peru und der Rückkehr in Deutschland.

Ich habe eine wundervolle letzte Zeit verbracht, die aus vielem Shoppen, Festen und Abschieden bestand, und aus sehr schönen Momenten in der Schule. Gerade die letzten 3 Monate in der Schule wurden fast tagtäglich positiver. Der Respekt und Anerkennung mir gegenüber, waren plötzlich einfach da, so fast von heute auf morgen. Oft war es anstrengend, frustierend, ich habe gezweifelt, schon fast aufgegeben, aber es hat sich gelohnt, wir haben gemeinsam was erreicht und sind zusammengewachsen. Rückblickend hat es mir unglaublich viel Spaß gemacht dort zu arbeiten, vor allem bin ich unglaublich froh, über die vielen positiven Veränderungen, die während des Jahres so poco a poco stattgefunden haben. Ich freu mich auch sehr, dass ich eine Nachfolgerin habe, Teresa, sie hat Sonderpädagogik studiert, was sehr hilfreich in unserem Projekt ist. Wir hatten Glück, sie kam bereits 12 Tage vor meiner Abreise an, so konnte ich sie ein bisschen in den peruanischen Arbeitsalltag u. Alltag einführen und obendrauf, haben wir uns super verstanden
Ich hoffe, dass wir Kontakt halten u. evtl. ein kleines Hilfsprojekt starten können:  Ich wünsche ihr hier auch nochmal eine unvergessliche, schöne Zeit in Peru.

So dann war er gekommen, der letzte Tag in der Schule. Auch schon die Tage davor, war mir einfach schlecht, ich war aufgeregt, aufgeregter als vor meiner Ausreise nach Peru. Schon nur wenn ich an meinen Abschied dachte, an meinen letzten Tag in der Schule, bekam ich Gänsehaut.
Es flossen Tränen, aber ich hatte ein ganz tollen Abschied, ich bekam Blumen, Ohrringe und eine Kette geschenkt. Ich hatte als Dankeschön viele neue Spiele gekauft: Bälle, Memorys, Domino, und einige Puzzle und dazu bekam jedes Kinde eine Tüte voll mit Süßem und dann wurde getanzt und gefeiert und ich bekam viele wundervolle Worte in die Ohren geflüstert.  An meinem Abflugtag kamen ein paar Kinder noch zum Flughafen, um mich dort dann endgültig zu verabschieden.

Auch mein letztes Wochenende war einfach noch so wunderschön, wir waren nachmittags nochmal im Zentrum Arequipas unterwegs, es wurden die letzten Fotos geschossen, wir waren tradtionell Cebiche essen, habe die letzte Arequipa-Sonne getankt und habe den Misti-Blick genossen.
Am Abend wurde mit Freunden gefeiert - ich hatte einen gelungen, wunderschönen, letzten peruanischen Abend und einen katerfreien letzten Sonntag, wie gewünscht, den ich nochmal so richtig genossen habe.

Mein Weltwärts- Dienst in Peru ist zu Ende. Ich bin seit 5 Tagen wieder in Deutschland.
Ein ganzes Jahr ist vergangen, für mich ein unvergessliches Jahr.
Ich habe eine unvorstellbar schöne Zeit verbracht.
Ich blicke auf ein unvergleichbares Jahr zurück, auf Erfahrungen, die mein Leben bereichert, aber auch vor allem geprägt haben.
Ich habe traurige Momente gehabt, einige nicht so schöne Erlebnisse gehabt, aber ich bin mit meiner Zeit in Peru mehr als zufrieden.

Ich freute mich sehr, meine Familie & Freunde wiederzusehen. Doch ich verbringe momentan noch gerne Zeit für mich alleine. Deshalb hab ich es noch nicht geschafft, mich bei allen Freunden zu melden, bzw. sie zu treffen.
Ich bin in München, in meiner Heimat, doch trotzdem ist es mir ein bisschen fremd, es ist so sauber, modern und so unglaublich ruhig, so verdammt ruhig. Kein Reggaeton, keine Salsamusik, kein Hundegebelle, kein wildes Autogehupe mehr. Es ist schon fast ein bisschen unheimlich. Die Straßen sind leer, markiert, die Autos sind alle modern und neu, anschnallen, was ist das, man vergisst das.

Die Menschen sind blond, soviele Blonde gibt es hier, fast nur weiße Menschen. Blond und Weiß, die Menschen hier sind reich. Den Menschen hier, geht es gut, sehr gut, dass sollten wir zu schätzen wissen, das waren meine Gedanken, als ich in den ersten Tagen durch die Stadt lief. Wenn ich dann dunkle Menschen sehe, oft türkischer Herkunft, sind sie mir so vertraut, doch nur komisch, sie sprechen kein Spanisch.
 Die Menschen sprechen alle deutsch, alle. Oft rutscht mir statt einem Danke schon fast Gracias raus. Ich möchte jedem zur Begrüßung einen Kuss auf die linke Wange geben und wenn ich irgendwo nur ein bisschen lautere Musik höre, möchte ich mittanzen.

Ich fühle mich so herausgerissen aus meiner Heimat in Peru, aber auch noch nicht wieder zurück in meiner Heimat in Deutschland.

Ich verbinde mit Peru, ein unglaublich schönes Land. Eine besondere Form von Herzlichkeit, Offenheit und Freundlichkeit. Eine Mentalität, die mir Spaß macht und weiterhin Spaß machen wird.

Ich danke allen in Peru für diese unvergessliche und besondere Zeit, fürs Zuhören & Dasein. Ich bin unglaublich dankbar in Peru gewesen zu sein & dankbar ganz tolle und besondere Menschen kennengelernt zu haben.



                            
                                      

                                                                
                               


                                
                         

Sonntag, 14. August 2011

Schulfeste. Reisereien & Abschiedsgedanken.

Hola zurück.

In den letzen Monaten gab es viele Feste zu feiern. Feste werden immer gut organisiert. Die Peruaner wissen eben wie man feiert, vor allem meine lieben Kollegen. Wir bekamen Besuch von jungen Mädels einer anderen Schule, die ein Fest für die Kinder vorbereiteten.
Piero hatte Geburstag.
Es war "Dia del Maestro", Tag der Lehrer, der wurde schließlich auch gefeiert.
Alle Lehrer und beteiligten bekamen ein kleines Geschenk mit Schokoladenbonbons als Dankeschön von den Eltern. Es gab Tanzeinlagen von den Kindern und zum Schluß haben einige Lehrer und ich einen kleinen Sketch vorbereitet und wir schlüpften in die Rolle der "Kinder".  Und am eigentlichen Tag der Lehrer, der auf einen Mittwoch fiel, hatten wir schulfrei.....

Dann war noch Aniversario von Colegio Paul Harris.
Es gab viele Tanzeinlagen, vor allem von den Lehrern und vom Personal.

Mein Geburstag wurde in der Schule und auch zu Hause traditionell peruanisch gefeiert.

Ende Juli, waren die "Fiestas patrias", die Nationalfeiertage Perus, die wurden natürlich in der Schule vor den Ferien auch noch groß gefeiert.


Feste über Feste....;)

kleine Info noch:
Die Schule ist noch im Umbau und wir sind nach wie vor in unsere Fabriken ;) Ich hoffe sehr, dass ich die " neue Schule " noch sehen darf, bevor es nach Deutschland geht.






Geburstag zu Hause...ich wurde bis Mitternacht wachgehalten, um ganz trationell peruanisch reinzufeiern.





Ich hatte 2 Wochen Winterferien.

LAST BUT NOT LEAST. ......

Es ging zum Machu Pichu, der Inkaruinenstadt.
Um dort hinzukommen, setzen wir uns in einen Nachtbus nach Cusco, in Cusco angekommen, kauften wir uns Tickets für den Machu Pichu, wir hatten Glück noch welche zu bekommen, denn man sagte uns, alle Tickets für die nächsten Tage wären ausverkauft. Von Cusco aus fuhren wir nach Ollantaytambo. In Ollantaytambo gibt es keine Straßen mehr. WIr fuhren mit dem Zug, eine etwa 8 km Serpintinenstrecke nach Aguas Calientes. Aguas Calientes ist ein kleines touristisches Dorf. Am nächsten Morgen ging es schon um 5.30 Uhr mit dem Bus los, um noch vor dem großen Touristenandrang da sein.



Seit 1997 gehört der Machu Pichu zu eines der 7 Weltwunder. Und ich finde wirklich, er hat einen der 7 Plätze verdient.

Es ging noch weiter nach Bolivien.
Santa Cruz - Sucre - Potosi - La Paz

Durch Bolivien reisten wir mit dem Flugzeug, einer bolivianischen Airline, Aerosur. Eine Billigflugairline in Bolivien, super dachten wir uns. Angekommen am Flughafen in La Paz, Flug nach Santa Cruz, 4 Stunden Verspätung, na gut, nicht so nett...aber auch nicht weiter schlimm.

Angekommen in Santa Cruz.
Santa Cruz liegt nur auf 500 m und war früher von suptropischen Regenwald umgeben. Das Klima ist das ganze Jahr normalerweise sommerlich warm. Wir hatten ein bisschen Pech, es hat 2 Tage fast durchgehend geregnet und es war tags und nachtsüber sehr kühl.
Santa Cruz ist eine wunderschöne Stadt mit spanischem Flair, hat aber nicht all zu viel zu bieten.






Darum machen wir uns auf dem Weg nach Samaipata, einer Kleinstadt, 3 Stunden von Santa Cruz entfernt. Dort gibt es vieles zu sehen. El Fuerte de Samaipata, eine Ruinenstätte der Inkakulur in Bolivien. Wir schauten uns die ganze Anlage in 2 Stunden an. Dann ging es weiter mit unserem Privattaxi..und wir schauten uns wunderschöne Wasserfälle an.

                                     



Am nächsten Tag ging es weiter nach Sucre. Am Flughafen angekommen, sagte man uns, dass unser Flugzeug bereits vor 2 Stunden abgeflogen ist. Uns wurde nicht Bescheid gegeben. Unser Flug konnte problemlos umgebucht werden, aber wir mussten über La Paz fliegen. Also in La Paz angekommen....erfuhren wir, dass unser Flug nach Sucre gecancelt worden ist. Dann hieß es ab ins 5-Sterne Hotel mit Abendessen und Frühstück, auch nicht schlecht, aber leider einen ganzen Tag verloren.
Am nächsten Tag kamen wir gegen mittag endlich in Sucre an.

Sucre ist eine wunderschöne Altstadt im kolonialen Stil. Wir schauten uns die Stadt an und ein Kloster an, bevor es am nächsten Tag nach Potosi ging.  


Todo Sucre.....




.... in die höchstgelegenste Stadt der Welt. Potosi liegt auf ca. 4030 m Höhe. Sie liegt am Fuß des Berges Cerro Rico, dessen Silberreichtum Potosí im frühen 17. Jahrhundert zu einer der größten Städte der Welt machte und von dessen Silber- und Zinnvorkommen die Stadt noch heute abhängig ist.
Da es nachts sehr kalt werden soll, beschlossen wir nur einen Tagesausflug zu machen, um uns die Mienen dort anzuschauen. Zuerst ging es zum  "Mercado de los Mineros", der Markt der Minenarbeiter. Dort kann ein jeder hochexplosiven Sprengstoff ebenso wie 96-prozentigen Alkohol erwerben. Er gilt als der einzige öffentliche Markt der Welt, an dem man legal Dynamit kaufen kann.
Und dann starteten wir unsere Mienentour.

Potosi von oben
höchstegelegenstes Cafe der Welt.
Mercado de los mineros

96 % Alkohl, ein Schluck davon und schon kann man nicht mehr geradeaus schauen

Potosi by night

Wieder zurück in Sucre machten wir uns auf die Suche nach den Spuren der Dinosaurier..., der ein Teil des Inka-Trails ist.





Dann ging es auch schon wieder zurück nach Sucre, wo am nächsten Tag unserer Flug nach La Paz auf uns wartete. Nicht anders erwartet, hatt unser Flug fast 5 Stunden Verspätung, sodass wir unseren Bus nach Arequipa verpassten. Nochmal eine nacht in La Paz und eine Nacht im 5 Sterne Hotel. Schön und abendteuerreich waren meine Ferien nur leider viel zu kurz.


 Abschiedsgedanken. In genau einem Monat gehts zurück nach Deutschland. Noch ein Monat...nur noch einen Monat.
Einserseits ist die Freude groß endlich nach so langer Zeit zurückzukehren.
meine Familie und Freunde wiederzusehen...
eine Heizung zu haben wenn es kalt ist...
Butterbrezen zu essen...
in mein Auto zu steigen....
zu jeder Tageszeit heißes Wasser zu haben.
nicht ständig und überall auf Wertsachen, Handtasche aufpassen zu müssen


Andererseits fühle ich mich so wohl in Peru, in Arequipa.
Ich kenne die Menschen und Kulur.
Spanisch ist schon fast wie eine zweite Muttersprache geworden. Ich verstehe und spreche es ohne nachdenken zu müssen.
Es ist immer warm hier in Arequipa, frühlingshaft und fast immer sonnig.
Es gibt so leckeres frisches Obst.
An jeder Straßenecke läuft Musik von Reggae über Salsa und Cumbia..und schon die kleinsten Kinder singen meist mit...ich werde ihn vermissen, den südamerikanischen Flair.
Ich mag meine Arbeit, ich liebe die Kinder, ich habe sie alle so lieb gewonnen. Vor allem in letzter Zeit hat sich vieles zum Positiven verändert. An den Abschied von den Kindern mag ich am wenigsten denken.

Ich frage mich oft wie wird es wohl sein, wieder zurück in Deutschland. ? Kulturschock? Ja oder Nein? Ich habe viel neues gelernt, habe mich weiterentwickelt. Ich lebe in einer anderen Kultur und fühle mich wohl. Werde ich mich in Deutschland schnell wieder zurechtfinden?  Fragen über Fragen, die mich schon lange beschäftigen...und mich so neugierig machen.

Ich habe viele tolle Erfahrungen gemacht. Ich konnte viel reisen, habe eine neue und andere Kultur kennen und verstehen gelernt. Ich bin unglaublich froh und dankbar hier in Peru gewesen zu sein.
....die Zeit ist gekommen, um zu gehen.