Dienstag, 29. März 2011

Ein halbes Jahr in Peru.

6 Monate in Peru, ein halbes Jahr schon...anlässlich dazu veröffentliche ich meinen 2. Weltwärtsbericht, den ich alle 3 Monate schreiben muss...

Look hereeee !

Jetzt ist es schon ein halbes Jahr her, dass ich hier in Peru, in Arequipa ankam.
Die ersten 6 Monate sind wie im Flug vergangen. Im Arbeitsalltag hat sich eine gewisse Routine eingestellt. Ich war noch nie ernsthaft krank und habe auch sonst keine schlimmen oder gefährlichen Dinge erlebt, worüber ich sehr dankbar bin.
Mir liegt noch ein halbes Jahr bevor, dass möchte ich nutzen, so weit mir das möglich ist, mich weiter aktiv in meinem Projekt einzubringen und noch mehr positives zu bewegen. Die Chancen nutzen, das Leben der kleinen Kinder in der Schule weiterhin positiv zu beeinflussen.
Die Arbeit mit den Kindern macht mir weiterhin viel Spaß. Im Januar und Februar waren Sommerferien. Die ersten 2 Wochen, habe ich die Direktorin bei administrativen Aufgaben unterstützt.
Den Rest der Ferien hab ich genutzt, um Peru zu entdecken, ich habe viele schöne und unbekannte Orte kennengelernt und mir wurde bewusst, wie gut ich mich in Peru eingelebt habe und wie wohl ich mich fühle.
Ich erlebe die Peruaner weiterhin als hilfsbereites, offenes und warmherziges Volk.
Es war auch immer ein schönes Gefühl, auf Menschen zu treffen, während meiner Reisen, die interessiert und begeistert waren, von meiner Arbeit mit den Kindern, hier, in Peru. Vor allem waren sie immer dankbar für Informationen zu meinem Weltwärtsjahr.
Ich habe bisher keine negativen Erlebnisse in bezug auf meinen Freiwilligendienst erlebt.
Während meiner Reisen, war ich nicht nur in Peru unterwegs sondern auch in Chile. Reist man aus Europa an, wird einem Chile sehr vertraut vorkommen
Reist man aber gerade aus Peru an, so kann dieses europäische Stadtbild schon fast einen kleinen Kulturschock bedeuten.
Man kommt am Busbahnhof an und spürt sofort, dass man in einem anderen Land ist- einem Land, dass im Gegensatz zu Peru sehr wohlhabend ist.
Mir fällt auf, wie sehr mich mein Leben in Peru schon geprägt hat und wie sehr ich mich an das meist sehr ärmliche Stadtbild, die traditionell gekleideten Menschen, Mütter mit ihren Babys auf dem Rücken und den chaotischen Straßenverkehr gewöhnt habe.
Ich konnte es kaum glauben, dass sich zwei Nachbarländer so sehr unterscheiden können. Es hat mir in manchen Dingen die Augen geöffnet und mich sehr nachdenklich gestimmt.Wie wird es sich erst anfühlen, wieder nach Deutschland zurückzukehren?
In den Sommerferien, sollte die Schule umgebaut werden, leider konnte das aufgrund der starken Regenfälle nicht gemacht werden. Die Schule hat nun wieder angefangen, es wurden einige neue Kinder eingeschult, was bedeudet, dass die Anzahl der Schüler im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist. Das bedeutet auch, dass es nicht mehr 4, sondern 6 Aulen gibt. Da die Schule bisher noch nicht umgebaut wurde, herrscht Platzmangel, dies löst Chaos aus.

Bisher ist noch nicht klar, ob die Schule in den kommenden Wochen umgebaut wird oder nicht.
Für mich stellt dies ein Problem da. Die Schulmaterialien sind bereits alle in Kisten verstaut und somit kann momentan kein richtiger Unterricht stattfinden. Die Eltern wurden auf den eventuellen Umbau der Schule auch noch nicht informiert.
Denn im Falle eines Umbaus, würde der Unterricht evtl. nachmittags stattfinden, was bedeuten würde, dass weniger Kinder zur Schule kommen, da ich mir nicht vorstellen kann, da alle Eltern, Zeit mitbringen, die Kinder mittags zur Schule zu bringen.
Ein Gebäude zu finden, gestaltet sich nach Aussagen der Verantwortlichen eher schwer, da ein Gebäude gemietet werden müsste und das mit hohen Kosten verbunden ist.
Ich bin ein bisschen enttäuscht, dass kaum bis gar nicht vorrasschauend gearbeitet wird. Sowohl der Umbau ist noch nicht geklärt als auch die Lehrer- und Kinderaufteilung der jeweiligen Aulen. Nach fast 4 Wochen Schule ist immer noch nicht geklärt, welche Lehrer in welcher Aula arbeiten und wie die Kinder aufgeteilt werden.
Mit etwas strukturierter und vorrauschauender Arbeit, denke ich, könnte man Vorhaben und Ziele schneller erreichen. Ich habe dieses Thema bereits angesprochen, aber dann hat es geheißen, " So sind wir", hier in Peru!
Es herrscht auch weiterhin absolute Unordnung an der Schule, leider, was auch mit dem möglichen Umbau der Schule zusammenhängt. Ich hoffe, dass das Thema "Umbau" bald geklärt ist und wir dann bald damit anfangen können, die Schule aufzuräumen und schön zu gestalten.
Mit den Kollegen verstehe ich mich weiterhin gut, am Arbeitsklima hat sich nicht viel geändert. Es wird weiterhin viel gelästert, ich werde auch oft miteinbezogen, doch ich bleibe weiterhin neutral, was mir auch gut gelingt.
Ich musste leider auch feststellen, dass viele Mitarbeiter, nicht gut genug ausgebildet sind oder auch keine Motivation mitbringen, mit behinderten Kindern zu arbeiten. Aber ich hoffe, dass ich durch meine Arbeitseinstellung und mit den Ergebnissen, die ich erziele, meine Kollegin positiv beeinflussen kann.
Meine Freizeit verbringe ich, größtenteils, mit deutschen und peruanischen Freunden. Ich kann mich sowohl auf meine deutschen als auch auf meine peruanischen Freunde verlassen.
Sie unterstützen mich auch in Schulprojekten und Alltagssituationen.
Der Unterschied zu meinen peruanischen Freunden und zu meinen peruanischen Arbeitskollegen ist ein großer, während ich mich auf meine Freunde fast immer verlassen kann, kann ich das bei meinen Arbeitskollegin beruflich sowie privat, eher selten.
Trotzdem freue ich mich auf die restlichen und nächsten 6 Monate in Peru.
Ich bin hochmotiviert und freue mich auf die Arbeit mit den Kindern und hoffe in der Schule noch viel Positives bewirken zu können.

Mittwoch, 16. März 2011

Vacaciones de Verano & meine Reiseerlebnisse

Die letzten 2 Monate waren voller Emotionen, voll neuer Erlebnisse und Eindrücke. Sommerferien! Reisen, Reisen, Reisen..... Zuerst ging es mit Manu nach Ica-Huacachina, dort konnten wir Sandboarden, das war ein super tolles Erlebnis.



                                      

Oase in Huacachina
                    


                            



Am nächsten Tag schauten wir uns die Islas Ballestas an, wir fuhren ca. 30 min mit einem Motorboot, dann konnten wir Robben, Vögel und noch viele andere Tiere sehen.
                             
                                                       

                                                 

                                         


                                                   

                                    



        


Dann gings noch weiter in 2 Weinfabriken, uns wurde gezeigt, wir der Wein gemacht wird, danach wurden wir verköstigt ;)

                                                                


 


                                       


                      



Dann machten wir einen kurzen Zwischenstopp in Lima, bevor es weiter nach Trujillo ging. Trujillo ist die viertgrößte Stadt Perus und die wichtigste Stadt im Norden von Peru.

Wunderschöne Plaza de Armas in Trujillo
                                            


in Trujillo


                                       



Wir besuchten die ärchologische Stätte Chan-Chan bei Trujllo.

                                          


                  


"Las Huacas del Sol y La Luna" (Sonnen und Mondpyramiden) bei Trujillo.
                                                     


                                       


Dann ging es an den Strand in Huanchaco, das Zuhause der Surferwelt, ca. 30 min von Trujllio entfernt. Entspannung pur.

                                          

                                   





Unser nächster Stopp war Chiclayo, eine Stadt noch weiter nördlich von Trujillo. Mein erster Eindruck, diese Stadt hat viel gemeinsam mit spanischen Städten, die Gebäude, breite Straßen, eine wunderschöne Stadt. Das Highlight der Stadt ist der "Hexenmarkt" ( Mercado de Hierbas = Kräutermarkt.)
Daneben gibt es noch einen riesengroßen Markt, dort ist alles zu kaufen von Gemüse bis zur Unterwäsche, eigentlich wie alle Märkte in Peru, aber gigantisch groß.

                            


       

                




Am Abend ging es dann mit dem Bus über Lima wieder zurück nach Arequipa.
Kaum wieder in Arequipa...schnell Wäsche gewaschen und wieder neu gepackt ;)

Dann ging es auch schon wieder los.....
Nach Puno um die "Fiesta de la Virgen de la Candelaria" zu besuchen - das wichtigste Fest der gesamten Region und eines der größten Folklorefeste Perus.
Die Stadt veranstaltet diese Fiesta zu Ehren der Schutzpatronin. Zwei Wochen lang wird getanzt, gesungen und gefeiert.
Puno platzt aus allen Nähten und verwandelt sich tagelang in ein undurchdringliches Gewühl aus Musikgruppen, Tänzern, Touristen und Einheimischen.

            


                 

                               


Von Puno aus ging es mit dem Boot zu den Islas Flotantes, die schwimmenden Inseln der Uro-Nachfahren. Der Titicaca-See ist traditioneller Lebensraum des Aymara-Volks, das einst die ebenfalls dort lebenden Uros zwang, sich auf schwimmende Schilfinseln zurückzuziehen. Bis heute leben rund 2000 Menschen, verteilt auf ca 40 kleinen Schilfinseln, in der Bucht von Puno.


ISLA AMANTANI
Keine Straßen und keine Autos, dafür Esel, Schafe und Einheimische, die wirklich noch ein ursrpüngliches Leben führen: Das ist die Isla Amantani.
Vom Tourismus noch fast vollkommen unberührt, herrscht auf der Insel eine Ruhe, die einem fast paradiesisch erscheint.Nach den doch sehr touristischen Uro-Inseln, ging es für uns vier mit einem kleinen öffentlichen Boot auf die Insel Amantani. Da sich die Einwohner vor Touristenströmen schützen wollen, gibt es dort weder Hotels noch Jugendherbergen. Wenn man über Nacht bleiben will, gibt es aber die Möglichkeit bei einer Familie zu schlafen.
Ein wirklich unvergessliches Erlebnis....wir wurden auch sehr herzlich empfangen.

                                          


                                       







      


     



Später gab es für uns und andere Touristen noch ein kleines Fest, bei dem wir sogar die traditionelle Kleidung tragen durften.




Am nächsten Tag fuhren wir zur Isla Taquile, auch wunderschön, auch paradiesisch schön, ein bisschen kleiner, aber auch wunderschön.
Dann ging es zurück nach Puno...unsere Reise ging weiter über Copacabana und La Paz,  nach Uyuni, wo wir unsere 3,5 Tagestour nach Salar Uyuni starteten.

Der Salar Uyuni ist mit mehr als 10.000 km² der größte Salzsee der Welt. Er liegt im Südwesten Boliviens auf einer Höhe von 3.653 m und zählt zusammen mit dem Titicacasee zu den reizvollsten Landschaften des Altiplan. Mit gleißender Helligkeit am Tag und sehr kalten Nächten ähnelt er äußerlich einem sehr hart gefrorenen See.


     


                                         

                                  


                                          

                                        



    


Nach unser Salar Uyuni - Tour ging es für uns wieder zurück nach Peru, zurück über Chile, genauer gesagt SAN PEDRO DE ATACAMA, das ist ein kleines touristisches hübsches Dorf im Norden von Chile, an der Grenze zu Bolivien. Wir blieben 1,5 Tage, es war warm, bis zu 30 Grad, ganz ungewohnt, wenn man 3 Stunden davor noch auf fast 5000 m war und bei Minusgraden in Bolivien gefroren hat.
Chile ist im Vergleich zu Bolivien und Peru sehr teuer, es ist sehr modern, sehr europäisch, geordnet, geregelt. Es war ein wenig komisch;)


Die Rückreise war ein kleiner Alptraum, wir mussten über Arica ( Chile) und über Tacna (Peru) zurück nach Arequipa. Wir bekamen keine Verbindung von San Pedro nach Arica, also mussten wir über Calama nach Arica. Wir blieben also eine Nacht in Calama. Pünktlich am nächsten Morgen waren wir am Busbahnhof, es war 7 Uhr, wir hatten keinen Bus gesehen der nach Arica fährt...Naja, dachten wir uns, wir sind in Südamerika, hier ticken die Uhren anders, es war 7.15 Uhr, wir fragen dann man nach...El bus ya se fue... ( Der Bus ist schon weg). Unser Bus der nach Arica gefahren ist, war mit ANTAFOGOSTA angezeigt....es war nur die Zwischenstation angezeigt.  Bus verpasst. neue Tickets gekauft.einen ganzen Tag am Bahnhof in Calama verbracht....Wir kamen dann einen Tag später, als gewollt, müde, aber mit vielen neuen Eindrücken in Arequipa an.









Seminar in Arequipa

Kaum in Arequipa angekommen...ging es zum Zwischenseminar, dass in Arequipa, 8 Tage lang, in einem 3-Sterne Hotel stattfand. Wenn man "Weltwärts" geht, hat man nicht nur ein Vorbereitungsseminar in Deutschland, sondern auch Seminartage während des Freiwilligendienstes.
Erstmal war die Freude groß, die anderen Freiwilligen, die man vom Vorberitungseminar kennst, wiederzusehen.

Der Austausch mit all den anderen Freiwilligen war wirklich wahnsinnig interessant.
Die meisten sind wie ich total begeistert von ihrer Arbeit und dem Leben in Südamerika und fühlen sich wohl in Peru. Die meisten haben kleine Schwierigkeiten in ihrem Projekt, vereinzelt auch große Schwierigkeiten.
Zusammen mit unseren Teamern viel über interkulturelle Konflikte, Problemlösungen und Motivationsschübe für das kommende halbe Jahr.
Das Seminar war für mich somit ziemlich eindrücklich und hat mich nachdenklich gemacht.
Ich bin motiviert und möchte meine Restzeit noch in vollen Zügen genießen.

Das Seminar war aus, dann ging es noch einmal los.

Vamos a Iquitos, Vamos a la selva !
Regenwald wir kommen.....

Einer der schönsten Orte der Welt, bis auf unsere lieben Freunde, die Moskitos.

Las fotos..




Am letzten Abend, war Patis Geburtstag, der musste natürlich gefeiert werden, zugleich der letzte Urlaubstag...und Karneval in Peru...definitiv anders und total toll.




Ich arbeite jetzt wieder 1,5 Wochen, nach fast 2 Monaten Sommerurlaub, ein bisschen komisch war es schon, nach so langer Zeit, die Kinder wiederzusehen. Ein neues Schuljahr beginnt...das heisst auch, viele neue Kinder...die neuen Kinder sind toll ;) ich mag sie alle schon jetzt...von den Kindern aus dem Jahr davor, kamen die ersten erst am Montag, eine Woche später Aber so ist das hier, egal ob Ferien waren oder ein Feiertag, die meisten trudeln erst ein paar Tage später ein. Man muss auch nach einem halben Jahr in Peru, noch nicht alles verstehen.


Ich freue mich jedenfalls auf die Arbeit mit den Kindern in den kommenden Monaten.