Vieles habe ich erlebt, vieles gesehen, so vieles und gleichzeitig so wenig verstanden.
Alltag. Die erste Zeit, die ersten 3 Monate, waren aufregend, spannend, ein bisschen wie Urlaub. Dann kam war er kurz da, der Alltag. Er hat angefangen, als im Januar die Sommerferien vor der Tür standen, und schwup...war ich auf Reisen, kein Alltag mehr, dabei fing er gerade erst an, dachte ich.Wieder zurück in Arequipa, nach 2 Wochen ungefähr und ich war im Alltag angekommen, im Alltag in einem fremden Land, weit weit weg von Deutschland.
Vieles ist hier (Straßenverkehr, Essgwohnheiten, Klima, Mentalität...) anders. Aber vieles ist auch gleich, dass merkte ich aber erst nach ungefähr einem halben Jahr oder sogar noch später,ein gutes Beispiel, nicht alle Peruaner sind unzuverlässig und unpünktlich oder die Eltern hier, haben die gleichen Probleme mit ihren Kindern, wie in Deutschland auch.
Die Zeit hier in Peru verfliegt. Die Ausreise naht, mir bleiben noch 10 Wochen in diesem wunderschönen Land. 10 Wochen sind im Vergleich zu 9 Monaten nicht mehr lange. Das bringt die unterschiedlichsten Gefühle mit sich.
...ich habe 9 Monate Frühling erlebt & 9 Monate ohne Jahreszeitenwechsel gelebt.
...ich habe fast vergessen was Regen ist.
...ich weiß jetzt, wie es ist auf Höhe zu leben. Arequipa liegt auf über 2000 m..Trockene Haut, Nase sind Alltag. Atemnot beim länger Laufen oder Anstregungen
...ich war Raften
...ich habe mind. 5 kleine Erdbeben erlebt.
...ich habe Vulkane gesehen und in einer Vulkanstadt gelebt.
...ich habe Chirimoya, Guaba, Aji, Granadilla, Meerschweinchen und noch viele andere Dinge gegessen, die man aus Europa einfach nicht kennt oder weniger bekannt sind und diese für ausgesprochen lecker empfunden.
...ich habe Weihnachten zum ersten Mal weit weit weg von meiner Familie bei 25 Grad und dem Anblick von Palmen verbracht.
...ich habe Weihnachten zum ersten Mal weit weit weg von meiner Familie bei 25 Grad und dem Anblick von Palmen verbracht.
...kennengelernt was wirkliche "Armut" ist,
...erlebt zu haben, was es heißt "Weiß" zu sein, in einem Land wo die Mehrheit "Dunkel" ist. Man ist reich, man hat Geld, man ist was " Besseres"
..."Rassismus" zwischen eigenen Landsleuten
...man gibt sich hier zur Begrüßung, einen Kuß auf die linke Wange.
...ich durfte die Präsidentenwahlen miterleben. ...man gibt sich hier zur Begrüßung, einen Kuß auf die linke Wange.
..Tante -Emma Läden an jeder Ecke, " Tiendas " wie man hier sagt. man bekommt fast alles...von der Zahnbürste & Zahnpasta über Streichölzer, Toilettenpapier, Kaugummi, Alkohol bishin zu kleinen warmen Snacks und das fast zu jeder Tageszeit.
| Hier werden Schlüssel gemacht |
| Ein Schild auf der Straße mit Angeboten, was eine Familie zu verkaufen hat, man klingerlt und sagt, was man haben möchte. |
| Einer der vielen " Tante-Emma-Läden" |
...auch Schlüssel werden auf offener Straße nachgemacht.
..Essenstände, auf offener Straße, es werden Milchreis, Eis, Bonbons, Obst, Fleischspieße, Getränke verkauft, und Hamburger gibts etwa 24 Stunden immer zu kaufen.
...16 Stunden Wasserausfall in Arequipa. Das habe ich 3 Male bisher erlebt, schon doof, man kann sich nicht duschen kann, nicht Zähne putzen, keinen Kaffee kochen kann und und und. nur gut wenn man das vorher weiss, dann konnten wir uns noch ein bisschen Wasser abfüllen.
...in Combis unterwegs zu sein. Das sind hier Busse, die einen von A nach B bringen. Busse die fast auseinanderfallen. Oft sind sie so voll, dass die Türe offen bleiben muss und die Leute an auf den Treppen stehen und los gehts. Geld wird beim Aussteigen abkassiert, es gibt weder einen Fahrplan noch Bustickets, dafür immer Musik von Reaggaeton über Cumbia bis zu deutschem POP " Nena und ihre 99 Luftballons". Das hat Flair. | Innenleben eines Combis |
...Musik...Cumbia. Reggaeton. & Salsa, ob in einer Tienda, im Supermarkt, im Combi oder sie hallt aus Häusern der Nachbarschaft
...es gibt hier viele Menschen, die traditionell gekleidet sind, die Frauen haben meist geflochtene Zöpfe und tradionelle Röcke an.
...freiliegende Stromkabel zwischen Straßen und Häusern.
...der für mich immer noch chaotische Straßenverkehr und das unnötige Herumgehupe zu jeder Tageszeit.
...ich bin hier so oft Taxi gefahren, wie wahrscheinlich noch nie zuvor, wenn ich alle Fahrten, meines bisherigen Lebens zusammenrechne.
...Die Frauen tragen hier ihre Kinder in einem Tuch herum, die wenigsten haben Kinderwägen.
...Es gibt viele Kinder, die Bonbons oder andere Süßigkeiten auf der Straße verkaufen oder um Geld betteln.
Fast alles das, ist für mich normal geworden, mein Alltag, manchmal aber doch so fremd. Im Laufe der Zeit konnte ich immer Ähnlichkeiten zwischen diesen 2 verschiedenen Kulturen feststellen und anderes ist doch einfach immer noch so anders und vieles werde ich wohl nie verstehen lernen. (zb. gibt es hier Zebrastreifen, die aber immer ignoriert werden, es ist so als gäbe es keinen.
Auch wenn mir der Abschied schwerfallen wird, freue ich mich schon, auf dieses Jahr, diese Menschen, Ereignisse und Erlebnisse irgendwann mit mehr Abstand und dadurch gewonnener Klarheit zurückzublicken und dieses Jahr als wertvollen Abschnittes meines Lebens in Erinnerung zu behalten.
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